Schmeck! Forschungsprojekt zur Praxis & Ästhetik des Essens

Mit welchen Erwartungen gehen wir ans Essen heran, wie schmecken wir, und was macht das mit uns?

Die Formen, in denen wir das Essen praktizieren, sinnlich wahrnehmen und erleben sind sehr unterschiedlich: Snacken vorm Computer, Abendbrot in der Familie, Hefezopf zu Ostern, Pommes im Schwimmbad, Döner nach der Party, Austern auf Empfängen und vieles mehr. Je nach Situation bedeutet Essen etwas anderes, wird anders gemacht, stellt ein anderes Erlebnis dar und berührt uns auf jeweils eigene Weise. Wir wollen genauer herausfinden, wie das passiert. Das Ziel unseres Projektes ist es, die Vielfalt zu erkunden, in der wir essen, und uns der Komplexität anzunähern, in der Speisen, Körper, Geist und Kontext dabei zusammenspielen. Dafür suchen wir Sie!

Denn, was das eigene Tun und die Qualität des Erlebens angeht, ist jede/r einzelne die oder der beste Expert/in. Wir suchen deshalb zwanzig freiwillige Amateurforscher/innen, die im erweiterten Projektteam mit uns zusammenarbeiten. Ihre Aufgabe ist es, sich selbst und andere beim Essen zu beforschen. Dafür erarbeiten wir neue Methoden der „sensorischen Ethnografie“. Das meint, dass jede/r Teilnehmer/in detailliert beobachtet und protokolliert, was sie in ausgewählten Esssituationen tut und wahrnimmt und welche Bedeutung sie ihrem Erleben gibt. Außerdem machen wir Schmeck-Experimente, in denen wir herausfinden möchten, was verschiedene Menschen aus Geschmäckern herauslesen, wenn sie in einer Situation alle jeweils genau das Gleiche essen. Und wir wollen künstlerische Experimente wagen, wie sich Essen verändert, wenn wir ungewohnte Zugänge erproben, neue Situationen schaffen und Routinen brechen. Auch hier geht es darum, genau hinzuspüren und zu reflektieren, was das mit unserem Schmecken macht.

Projektwebsite https://schmeckprojekt.tumblr.com/ 

Das Schmeck!-Projekt wurde von zwei Fachgebieten an der TU Berlin initiiert, Politiksoziologie und Bildung für Nachhaltige Ernährung. Es beginnt im November 2018 und dauert bis Ende 2021. Die Arbeit im Team von zwanzig Amateurforscher/innen wird durch zwei wissenschaftliche Mitarbeiter/innen, eine studentische Hilfskraft und zwei Professor/innen begleitet. Zusätzlich arbeiten wir mit  bildenden Künstler/innen sowie Methodenexpert/innen  zusammen.

Projektteam: Prof. Jan-Peter Voß / Prof. Nina Langen / Dr. Daniel Kofahl / Dr. Julie Sascia Mewes / Markus Binner / Dr. Michael Guggenheim / Hannah Freudenberger, B.A.